Cabrioverdeck Technik und Funktion


Bei allen Automarken, egal ob Oldtimer, Youngtimer, Gebraucht- oder Neuwagen, besteht das Cabrioverdeck entweder aus Stoff oder Kunststoff (PVC / Vinyl). Alle Verdecke haben zusätzlich eine oder mehrere Heckscheiben aus Glas oder Weichplastik (PVC / Vinyl). Ausgenommen sind da nur Fahrzeuge mit versenkbarem Hardtop (z.B. die Mercedes-Benz SLK Baureihe auch Schminkkoffer genannt).
 

Wie stelle ich fest, ob ich ein Stoffverdeck oder ein Kunststoffverdeck habe?

 
Ganz einfach, den Wassertest machen. Einige Tropfen Wasser auf das Verdeck auftragen. Das Wasser in das Material einzureiben. Wird das Wasser aufgesaugt, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um ein Stoffverdeck. Bleibt das Wasser auf der Oberfläche und perlt ab, ist es ein Kunststoffverdeck. Aber Vorsicht! Einige Stoffverdecke wurden mehrfach imprägniert und sind mit dem Imprägnierer völlig "zugekleistert". In diesen Fall ist eine eindeutige Bestimmung nur schwer möglich.
 
Stoffverdeck
 
Das Stoffverdeck, auch gerne als Sonnenland® Verdeck bezeichnet, besteht meistens aus drei Schichten. Die Ober- und Unterschicht besteht aus Stoff, die mittlere Schicht aber aus Gummi. Hier sorgt also eine Gummischicht für die nötige Dichtigkeit. Die Bezeichnung „Gummiverdeck“ wäre also zutreffender. Die einzelnen Teile des Stoffverdecks sind miteinander vernäht und auf ein Verdeckgestell aufgezogen. Der „Gummistoff“ ist relativ langlebig, jedoch nicht für die Ewigkeit gebaut. Brüche, Risse, Abschürfungen und undichte Nähte führen zu Wassereinbrüchen. Bei einigen Fahrzeugen ist zusätzlich noch ein Innenhimmel mit oder ohne Dämmschicht zwischen dem Oberstoff und dem Innenhimmel verbaut. Schadhafte Stoffbezüge können mit dem CABRIODOC Flüssigkunststoff Typ-A schwarz, dunkelblau und dunkelbraun repariert werden.
 
Kunststoffverdeck
 
Das Kunststoffverdeck, auch als Vinylverdeck bezeichnet, besteht meistens aus zwei Schichten, dem PVC / Vinyl Obermaterial mit Narbung (Oberflächenstruktur) und der unteren Beschichtung mit Stoff. Die einzelnen Teile des Kunststoffverdecks sind entweder miteinander vernäht oder bei preiswerten Modellen auch hochfrequenzverschweißt. Die verschweißten Verdecke erkennt man an den flachen Schweißnähten ohne die Narbung. Das ganze Verdeck ist auf ein Verdeckgestell aufgezogen. Das Kunststoffverdeck ist relativ langlebig, jedoch nicht für die Ewigkeit gebaut. Brüche, Risse, Abschürfungen und undichte Nähte führen zu Wassereinbrüchen. Bei einigen Fahrzeugen ist zusätzlich noch ein Innenhimmel mit oder ohne Dämmschicht zwischen dem Oberstoff und dem Innenhimmel verbaut. Schadhafte Kunststoffbezüge können mit dem CABRIODOC Flüssigkunststoff Typ-A schwarz, dunkelblau und dunkelbraun repariert werden.
 
Hardtopverdeck
 
Das versenkbare Hardtop besteht aus Blechteilen. Die Blechteile sind unempfindlicher als Stoff- oder Vinyl-Verdecke. Beschädigungen können vom Autolackierer beseitigt werden. Jedoch hat auch diese Verdeckart Ihre Schwachstellen. An den Faltstellen sind Dichtungen verbaut, die im Laufe der Jahre hart und porös werden oder falsch eingeklemmt werden. Die Dichtung verformt sich an der Klemmstelle und sorgt so für einen Wassereinbruch. Gummidichtungen können mit dem CABRIODOC Flüssiggummi repariert und ausgebessert werden.
 
Verdeckscheibe
 
Die Heckscheiben aus Weichplastik (PVC / Vinyl) sind meistens mit einem Keder (umlaufende Wulst) eingenäht. Einige Hersteller verwenden aber auch ein Reißverschluss-System mit einem Dichtband, um die Scheibe einfacher austauschen zu können. Dieses System hat sich in der Praxis aber als anfällig erwiesen, da es sehr schwierig ist die neue Scheibe langfristig abzudichten. Kurzlebiger als der Verdeckstoff sind die Kunststoffscheiben in jedem Fall. Die Plastikscheiben verlieren nach einigen Jahren ihren Weichmacher und das Material wird hart und brüchig. UV-Strahlen, Umwelteinflüsse und falsche Pflege sorgen für einen getrübten Blick. Im schlimmsten Fall wird die Scheibe milchig matt oder die oberste Schicht löst sich ab. In diesem Fall ist eine Reparatur nicht mehr möglich. Brüche und Risse können mit dem CABRIODOC Flüssigkunststoff Typ-A kristallklar repariert werden. Matte Scheiben können mit dem CABRIODOC Kunststoff-Scheiben Pflege-Set aufbereitet werden.

Heckscheiben aus Sicherheitsglas sind da natürlich unempfindlicher, jedoch gibt es auch hier Schwachstellen. Die Glasscheiben sind entweder mit einem Rahmen und Dichtmitteln im Stoffverdeck eingeklemmt oder ohne Rahmen eingeklebt. Die Schwachstelle besteht hier in der Verbindung zwischen dem weichen Verdeckmaterial und der starren Scheibe. Besonders bei eingeklebten Scheiben löst sich der Stoff nach einigen Jahren von der Scheibe. Davon betroffen sind z.Z. folgende Cabrios: Audi A3, A4, A5 TT | VW New Beetle | Mini R57 und diverse andere Marken. Weitere Informationen finden Sie HIER.
 
Mechanik
 
Bei Oldtimern wird das Verdeck meist von Hand geöffnet und geschlossen. Bei sorgfältiger Behandlung und Pflege ist die Mechanik sehr langlebig. Bei Youngtimern und neueren Fahrzeugen wird das Verdeck automatisch durch Elektromotoren oder eine hydraulische Steuerung geöffnet und geschlossen. Ein Öffnen oder Schließen von Hand ist aufwendig. Bei einigen Fahrzeugen wird dafür ein Spezialschlüssel benötigt. Die Hydraulik, die Elektromotoren und die Sensoren werden mit elektronischen Steuergeräten betrieben. Das ganze System ist in der Regel zuverlässig, bis zu dem Tag an dem auch nur ein Sensor oder Motor versagt oder auch nur leicht klemmt. Dann muss das ganze Steuersystem mit einem speziellen Messsystem überprüft und justiert werden. In vielen Fällen kann das nur in der Markenwerkstatt erledigt werden, weil nur die über das geeignete Messsystem verfügt. Im schlimmsten Fall wird dann alles getauscht und untersucht, bis der kleine Fehler gefunden wurde oder auch nicht. Die nächste Störung kommt dann automatisch mit dem nächsten Platzregen. Aber es gibt ja zum Glück Brücken. Wer ein solches Problem hat, geht nicht zu einer „normalen“ Marken- oder Fachwerkstatt, sondern sucht sich einen erfahrenen Spezialisten, der das Fahrzeug wirklich kennt.